Hämorrhoiden, Analfissur & Analabszess – Symptome | Lilienthal

Privatpraxis · Lilienthal

Krankheitsbilder & Symptome

Informationen zu häufigen proktologischen Erkrankungen – Symptome, Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten verständlich erklärt.

Proktologie

Hämorrhoiden

Hämorrhoiden sind vergrößerte Gefäßpolster im Bereich des Afters. Diese Gefäßpolster sind an sich ganz normal und helfen dabei, den Darm abzudichten. Beschwerden entstehen erst, wenn sie sich vergrößern oder entzünden.

Symptome

Juckreiz, Brennen und Nässen im Analbereich; hellrotes Blut auf dem Toilettenpapier; in fortgeschrittenen Stadien können sich Hämorrhoiden nach außen vorwölben.

Ursachen

Erhöhter Druck im Bauchraum durch starkes Pressen, chronische Verstopfung, langes Sitzen oder ballaststoffarme Ernährung. Auch erbliche Veranlagung spielt eine Rolle.

Behandlung

In frühen Stadien: Ernährungsumstellung, ausreichend Flüssigkeit, Salben oder Zäpfchen. Bei stärkerem Befund stehen schonende, meist ambulante Verfahren zur Verfügung.

Wann zum Arzt?Wenn Beschwerden länger anhalten, Blutungen auftreten oder Schmerzen zunehmen, sollte eine ärztliche Abklärung erfolgen.

Häufige Fragen

Sind Hämorrhoiden gefährlich?

In den meisten Fällen sind sie harmlos, können aber die Lebensqualität deutlich beeinträchtigen.

Ist eine Operation immer notwendig?

Nein, viele Hämorrhoiden lassen sich ohne Operation behandeln.

Proktologie

Analfissur

Eine Analfissur ist ein kleiner Einriss in der Schleimhaut des Afters. Sie kann sehr schmerzhaft sein und tritt häufig beim Stuhlgang auf.

Symptome

Starke, stechende Schmerzen während und nach dem Stuhlgang; leichtes hellrotes Blut auf dem Toilettenpapier; Brennen im Analbereich.

Ursachen

Häufigste Ursache ist harter Stuhlgang oder starkes Pressen. Auch Durchfall, Entzündungen oder eine erhöhte Spannung des Schließmuskels können eine Rolle spielen.

Behandlung

Konservativ: stuhlregulierende Maßnahmen, entspannende Salben und schmerzlindernde Medikamente. Bei chronischen Verläufen kann ein kleiner operativer Eingriff sinnvoll sein.

Wann zum Arzt?Bei anhaltenden Schmerzen oder wiederkehrenden Beschwerden sollte eine ärztliche Untersuchung erfolgen. Eine frühzeitige Behandlung kann eine Chronifizierung verhindern.

Häufige Fragen

Heilt eine Analfissur von alleine?

Akute Fissuren können von selbst abheilen, benötigen aber oft unterstützende Maßnahmen.

Ist eine Operation immer notwendig?

Nein, die meisten Fissuren können ohne Operation behandelt werden.

Chirurgie

Steißbeinfistel (Pilonidalsinus)

Die Steißbeinfistel ist eine entzündliche Erkrankung im Bereich der Gesäßfalte. Sie entsteht meist durch eingewachsene Haare und kann zu wiederkehrenden Entzündungen führen.

Symptome

Anfangs leichte Schmerzen oder Druckgefühl; im Verlauf Schwellungen, Rötung und eitriger Ausfluss. Bei akuter Entzündung starke Schmerzen.

Ursachen

Eingewachsene Haare, vermehrtes Schwitzen und langes Sitzen. Besonders betroffen sind jüngere Erwachsene.

Behandlung

In der Regel operativ – je nach Befund mit unterschiedlichen, oft minimalinvasiven Verfahren. Ziel ist schnelle Heilung und ein geringes Risiko für Wiederauftreten.

Wann zum Arzt?Bei Schmerzen, Schwellung oder Sekretabsonderung im Bereich der Gesäßfalte sollte frühzeitig eine Untersuchung erfolgen.

Häufige Fragen

Kann eine Steißbeinfistel von alleine heilen?

In der Regel nicht dauerhaft – ohne Behandlung kommt es häufig zu wiederkehrenden Entzündungen.

Wie lange dauert die Heilung?

Das hängt vom Verfahren ab; moderne Methoden ermöglichen oft eine schnellere Genesung.

Chirurgie

Analabszess

Ein Analabszess ist eine akute Entzündung im Analbereich, bei der sich Eiter im Gewebe ansammelt. Die Erkrankung ist meist sehr schmerzhaft und sollte zeitnah behandelt werden.

Symptome

Starke Schmerzen, Schwellung, Rötung und Überwärmung im Analbereich; häufig begleitet von allgemeinem Krankheitsgefühl oder Fieber.

Ursachen

Meist eine bakterielle Infektion von Drüsen im Analbereich, aus der sich eine Eiteransammlung im Gewebe entwickelt.

Behandlung

Operative Eröffnung des Abszesses, damit der Eiter abfließen kann. Dies erfolgt meist zeitnah, um Komplikationen zu vermeiden.

Wann zum Arzt?Bei starken Schmerzen, Schwellung oder Fieber sollte sofort eine ärztliche Abklärung erfolgen.

Häufige Fragen

Ist ein Analabszess gefährlich?

Unbehandelt kann er sich ausbreiten oder zu einer Analfistel entwickeln.

Hilft eine Salbe?

Nein, ein Abszess muss operativ behandelt werden.

Proktologie

Analekzem

Ein Analekzem ist eine entzündliche Hautveränderung am Afterrand. Typische Symptome sind quälender Juckreiz (vor allem nachts), Brennen, Nässen, eine gerötete oder rissige Haut sowie ein Wundgefühl nach dem Stuhlgang.

Mögliche Ursachen

  • Mechanisch-irritativ: häufiger, dünner Stuhl, übertriebene oder unzureichende Analhygiene, feuchtes Toilettenpapier mit Konservierungsstoffen
  • Allergisch: Reaktion auf Salben, Duftstoffe, Latex oder bestimmte Wäschematerialien
  • Atopisch: im Rahmen einer Neurodermitis oder Schuppenflechte
  • Begleitend zu Hämorrhoiden, Marisken, Analfissuren oder Fisteln

Diagnostik & Therapie

Wir klären zunächst die Grunderkrankung ab – durch ausführliches Gespräch, Inspektion und Proktoskopie. Die Therapie richtet sich nach der Ursache: angepasste Hygieneberatung, Umstellung pflegender Produkte, wirkstoffhaltige Salben und – wenn vorhanden – Behandlung der zugrunde liegenden Erkrankung.

Prognose

In den meisten Fällen tritt innerhalb weniger Wochen eine deutliche Besserung ein, sobald die auslösende Ursache identifiziert und behandelt wird.

Wann zum Arzt?Bei anhaltendem Juckreiz oder Brennen über mehr als zwei Wochen sollte eine proktologische Abklärung erfolgen. Verwenden Sie bis dahin keine Salben auf eigene Faust – sie können das Ekzem verschlimmern.

Häufige Fragen

Was kann ich selbst gegen Analjuckreiz tun?

Verzichten Sie auf feuchtes Toilettenpapier, parfümierte Seifen und Intimsprays. Reinigen Sie den Analbereich nur mit lauwarmem Wasser und tupfen Sie ihn vorsichtig trocken. Tragen Sie atmungsaktive Baumwollunterwäsche.

Ist ein Analekzem ansteckend?

Nein. Ein Analekzem ist keine Infektionskrankheit und nicht übertragbar.

Proktologie

Stuhlinkontinenz

Der unkontrollierte Verlust von Stuhl oder Winden betrifft in Deutschland deutlich mehr Menschen, als offen darüber gesprochen wird – Schätzungen gehen von bis zu fünf Prozent der Erwachsenen aus. Inkontinenz ist keine Alterserscheinung, die man hinnehmen muss, sondern in den meisten Fällen gut behandelbar.

Häufige Ursachen

  • Geburtsverletzungen des Schließmuskels
  • Folgen von Operationen oder Bestrahlungen im Beckenbereich
  • Beckenbodenschwäche, Rektumvorfall
  • Neurologische Erkrankungen (z. B. nach Schlaganfall, bei Diabetes)
  • Chronische Durchfälle oder paradoxe Diarrhö bei Verstopfung

Diagnostik

Je nach Befund: proktologische Untersuchung, Endosonographie zur Beurteilung des Schließmuskels, anorektale Manometrie zur Messung des Druckaufbaus sowie ggf. eine Rektoskopie.

Behandlung – stufenweise

  1. Stuhlregulation durch Ernährung und ballaststoffmodulierende Präparate
  2. Beckenbodentraining und Biofeedback-Therapie
  3. Medikamentöse Therapie zur Stuhleindickung
  4. Sakrale Nervenstimulation bei ausgeprägten Befunden
  5. Operative Rekonstruktion des Schließmuskels in ausgewählten Fällen

Wann zum Arzt?Auch gelegentlicher, unkontrollierter Stuhl- oder Windabgang sollte ärztlich abgeklärt werden. In den allermeisten Fällen lässt sich Inkontinenz deutlich verbessern oder vollständig beheben.

Häufige Fragen

Ist Stuhlinkontinenz im Alter normal?

Nein. Auch wenn die Häufigkeit mit dem Alter zunimmt, ist Inkontinenz kein zwangsläufiger Teil des Älterwerdens. In den allermeisten Fällen lässt sie sich deutlich verbessern oder vollständig beheben.

Muss ich operiert werden?

Nicht unbedingt. Wir gehen stufenweise vor – oft reichen bereits konservative Maßnahmen wie Beckenbodentraining oder Ernährungsanpassung für eine deutliche Verbesserung.

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